Ich bin Franz Müller, 68, seit Kurzem in Rente – nach vier Jahrzehnten an der Stanzpresse im Haushaltsgerätewerk in Dortmund.
All die Jahre, in denen ich Stahlteile verdreht und geschleppt habe, haben mir einen unteren Rücken hinterlassen wie ein verrostetes Scharnier: stechende Schmerzen schon beim Aufstehen, ein mahlender Druck beim Sitzen und ein elektrischer Schuss durch die Hüfte, wenn ich mich nur falsch bücke.
Ich hab Entzündungshemmer geschluckt, auf Heizkissen geschlafen und gutes Geld für drei verschiedene elastische Gürtel ausgegeben, die „sofortige Linderung“ versprochen haben.
Nichts davon hat gehalten.
Der Schmerz hat mir die Dinge versaut, auf die ich mich in der Rente gefreut hatte: meine Enkelin auf die Schultern heben, mich um meinen Gemüsegarten kümmern, selbst der simple Luxus, mal wieder durchzuschlafen.
An den meisten Nachmittagen landete ich im Fernsehsessel und hab dem Leben zugesehen, statt es zu leben.
Vor zwei Monaten hab ich mich zur Schachrunde im Stadtteilzentrum geschleppt und meinen alten Kollegen Werner gesehen, wie er am Kaffee stand: kein Buckel, kein verkniffenes Gesicht – bestimmt gute 8 Zentimeter größer, als ich ihn in Erinnerung hatte.
Werner hat früher lauter als alle anderen über Rückenschmerzen gejammert, also hab ich gefragt, was sich geändert hat.
Er grinste, klopfte auf eine schlanke Bandage unter seinem Flanellhemd und meinte: „Das ist eine mega Rückenbandage – hol dir eine, Franz, die gibt dir dein Leben zurück.“
Ich war nicht sicher, ob das wirklich meine chronischen Rückenschmerzen wegkriegt. Aber ich war verzweifelt und bereit, alles zu probieren.